| “Ich bin konservativ“ heißt das Programm, mit dem der „Kabarettrentner“ sich zurückmeldet - mit Höhepunkten aus fast dreißig Jahren Kabarett und politischem Chanson, angepasst an das aktuelle Geschehen. Verlernt hat er nichts, der Altmeister, den Hanns Dieter Hüsch einst den „Lessing des deutschsprachigen Kabaretts“ nannte. Mit geschliffenen Worten setzt er die Pointen punktgenau ... Zornig und nachdenklich, weise und bissig... WESTDEUTSCHE ZEITUNG Es wird ein Abend der bitteren Wahrheiten, mit leicht melancholischen Mundwinkeln. Aber er beginnt mit einer dreisten Lüge: Das da oben soll Werner Schneyder sein? Das Urgestein aus dem 20. Jahrhundert, als es noch politische Chansons gab und das Kabarett die kleine Schwester der Literatur war, rothäuptig und görenfrech? ... So steht er da, verwundert, dass er sich als früherer Linksliberaler keinen Millimeter vom Fleck bewegen musste, um heute als Linksaußen dazustehen. Deshalb heißt das Programm ja auch „Ich bin konservativ“. NEUE RUHRZEITUNG Da kommen die komplexen Texte direkt rüber wie die launigen Lieder, die brilliant von Christoph Pauli am Klavier begleitet werden. Famos die Melodie zu Schuberts Es-Dur-Impromptu. Die Schnellsprechakrobatik verfehlt ihr Wirkung genau so wenig wie die von galliger Satire geprägte tour d’ horizon, die von Klimakatastrophe zum Wahnisnn auf den Straßen und Ungemach mit den Chefetagen führt. RHEINISCHE POST Wie lebendig und wendig Schneyder und seine politischen Kabarett-Themen immer noch sind, zeigte die aktualisierte Zusammenstellung früherer Solo- und Duoprogrammpunkte. Aktuelle Themen, wie die Umweltpolitik und drohende globale Bankenpleiten reihen sich problemlos ein in die ungezählten zeitlosen Versuche einer Parteiencharakteristik. Oder auch die immer wieder köstliche, bissige Parodie auf die versponnene Stilistik der Zeitungskritiker, die der promovierte Zeitungswissenschaftler in Perfektion auf die Spitze treibt. Da schien der 71-jährige, der das Bonner Programm nach dem Werte bekennenden Chanson „Ich bin konservativ“ benannt hat, ganz „der Alte“ zu sein. Als längst bekennender „Kabarentner“ hat sich Schneyder seine satirische Schärfe bewahrt. GENERAL ANZEIGER, Bonn Von Nervosität keine Spur, im Gegenteil. Der 71jährige im feinen Zwirn wirkt lässig und souverän... Unglaublicherweise muss der Österreicher in der über zweistündigen Show klassisches, politisches Kabarett, scharf pointiert vorgetragen und gesungen kein einziges Mal zum Wasserglas greifen. Zwölf Jahre Bühnenabstinenz merkt man dem alten Wegbegleiter Dieter Hildebrandts nicht an ... Lacher, Applaus. Schneyder ist unverwechselbar, ist gut. WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG Unnachgiebig, selbstbewusst sinniert er, kongenial begleitet vom Pianisten Christoph Pauli, um klarzustellen, dass Demokratie, kulturelles Gedächtnis und Sozialstaat die Werte sind, die er bewahren möchte. Gegen die Experten der Wachstumseuphorie, die dümmsten Schweine aus den Chefetagen und all die Produzenten des Wohlstandsmülls in einem Land, dessen Sozialsystem benannt ist nach einem Vorbestraften... Schneyder: eine Kreuzung aus Faust und Mephisto, dessen subversiver Konservativismus Nachahmer bedarf. HEILBRONNER STIMME |