Resetarits' Prognose für das Rapid-Match

Im KURIER.at-Chat sprach Lukas Resetarits über "Osterreich - ein Warietee" und seine Rolle als Fußballtrainer in "FC Rückpass".

Stefan Peter T.: Sie bringen ja fast jedes Jahr ein neues Kabarettprogramm heraus. Wann darf man sich auf das nächste freuen?

Lukas Resetarits:
Jedes Jahr stimmt nicht. Alle zwei bis drei Jahre - das heißt das nächste 2011 oder 2012.

Luise Z.: Lädt das hierzulande gelebte Mittelmaß dazu ein, Kabarettist zu werden?

Lukas Resetarits: Mit Ihrer zweiten Frage haben Ihre beiden Fragen selbst beantwortet.

Stefan Peter T.: Was halten Sie von Kabarettpreisen?

Lukas Resetarits: Die Kabarettpreise, wenn sie auf einer breiten Publikums- und Jurybasis stehen, sind durchaus eine erfreuliche Anerkennung für die Arbeit eines Satirikers.

Victoria B.: Wie sehen sie den Markt für Unterhaltungs-TV in Österreich? Gibt es hier überhaupt innovative Ideen, oder schläft er völlig ein?

Lukas Resetarits: Ich bin kein Marktexperte. Ideen gibt es mehr als genug, sie werden nur nicht immer wahrgenommen und umgesetzt.

Victoria B.: Gibt es einen Kollegen / eine Kollegin, mit dem / der Sie unbedingt mal auf einer Bühne stehen wollen?

Lukas Resetarits: Mit einigen bin ich schon auf der Bühne gestanden, und von den Jungen ist Thomas Stipsits mein Favorit.

Uli D.: Werden Sie irgendwann auch mal wieder auf einer Bühne stehen und singen?

Lukas Resetarits: Zum Beispiel zu Silvester mit meinem Bruder Willi und Stubn-Blues im Konzerthaus bei der großen Silvester-Schau.

Uli D.: Stört es Sie, als Kabarett-Urgestein bezeichnet zu werden?

Lukas Resetarits: Nein, seit ich 60 bin, nicht mehr.

Margarethe F.: Wie glauben Sie geht heute das Rapid-Match aus?

Lukas Resetarits: 1:1.

Maria C.: Würden Sie gerne wieder den Kottan spielen?

Lukas Resetarits: Ja, das werde ich auch. Kottan Kinofilm wird ab Juni 2010 gedreht.

Maria C.: Was halten Sie von den Uni-Besetzungen? Sind Sie für oder gegen diese Art des Protests?

Lukas Resetarits:
Ich bin ein Unterstützer. In verzweifelten Situationen muss man zu solchen Mitteln greifen. Irgendwann bald sollte es produktiv weitergehen.

Maria C.: Besteht zwischen Ihnen und Ihren Brüdern ein Konkurrenzverhältnis, bzw. bestand mal eines in der Vergangenheit?

Lukas Resetarits: Weder noch.

Maria C.: Wer ist Ihr Lieblingskabarettist in Österreich?

Lukas Resetarits: Ich mag keine Superlative.

Vladislav K.: Wer ist Ihrer Meinung nach derzeit witzigster deutschsprachiger Kabarettist?

Lukas Resetarits: Detto.

Maria C.: Schnüren Sie sich Ihre Schuhe auf der Bühne wirklich immer so fest zu?

Lukas Resetarits: Ja.

Maria C.: Haben Sie studiert?

Lukas Resetarits: Ja, aber nicht abgeschlossen. Psychologie und Anthropologie und Humangenetik.

Maria C.: Wie lange sind Sie schon verheiratet?

Lukas Resetarits: Privatangelegenheiten sind tabu.

Maria C.: Ist mit "FC Rückpass" das österreichische Nationalteam gemeint?

Lukas Resetarits: Nein.

Klara S.: Ich hab einmal gehört, sie haben einen Schuh-Trick. Stimmt das?

Lukas Resetarits: Wenn Sie Tick meinen, dann ja.

Victoria B.: Wie haben Sie sich auf die Rolle des "Fußballtrainers" vorbereitet? Viel trainiert vorher? :)

Lukas Resetarits: Ein Trainer trainiert Leute, nicht sich selber.

Adelheid F.: Vor rund zwei Jahren waren Sie außertourlich mit "Amerika" unterwegs, da haben Sie Lieder des amerikanischen Songwriters Randy Newman gesungen. Ist irgendwann mal wieder etwas ähnliches geplant?

Lukas Resetarits: Derzeit nicht.

Paul T.: Wie mühsam ist es, in jeder Runde immer "der Lustige" sein zu müssen?

Lukas Resetarits: Ich kann es nicht beurteilen, weil ich es nicht bin. Menschen, die immer lustig sein wollen, sind mühsam.

Uli D.: Hätten Sie Lust, mal einen Club 2 zu moderieren? Wenn ja, zu welchem Thema, mit welchen Gästen?

Lukas Resetarits: Ja, zu jedem vernünftigen Thema. Ich fürchte, der ORF würde es nicht wagen, mich einzusetzen.

Walter Z.: Warum glauben Sie ist die Qualität des deutschsprachigen Kabaretts bzw .der deutschsprachigen Comedy (mit einigen wenigen Ausnahmen) dermassen flach & mies und gibt es sowenig intelligente Unterhaltung? Sowohl Mittemeier Michael und vor allem Mario Barth verursachen bei mir einfach nur Schmerzen. Wenn ich mir da die amerikanischen, intelligenten Kabarettisten ansehe werde ich neidisch.

Lukas Resetarits: Was Comedy betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Warum das so ist, weiß ich nicht. Die beiden genannten korrespondieren sehr gut mit der Durchschnittlichkeit des Massenpublikums.

Adelheid F.: Wie geht es Ihnen als burgenländischer Kroate mit der Stimmung in Österreich? Sind Sie beunruhigt?

Lukas Resetarits: Beunruhigt bin ich in erster Linie als Österreicher.

Luise Z.: Österreich ist ja ein Land der Kabarett-Pogramme. Warum?

Lukas Resetarits: Es gibt eine lange und reiche Tradition, viele gute neue Leute und jede Menge Publikum. Themen gibt es sowieso genug.

Karl E.: hallo, wer wird die rollen ihrer leider verstorbenen mitstreiter im neuen Kottan übernehmen,

Lukas Resetarits: Das darf ich noch nicht verraten.

Klara S.: Schauen Sie sie noch manchmal in Favoriten um? Sie sind doch dort aufgwachsen?

Lukas Resetarits: Ich schaffe es nie über den Verteilerkreis Favoriten.

Luise Z.: Warum spielen sie nicht bei Oliver Baiers "Was gibt es Neues mit"? So lustig wie Klaus Eberhartinger sind sie doch lange...

Lukas Resetarits: Ich bin überfragt.

Stefan Peter T.: Warum die falsche Schreibweise von "Osterreich" und "Warietee"?

Lukas Resetarits: Das erfahren Sie in meinem Programm Ende Jänner, Vindobona.

Renate S.: Wie schaffen Sie heute wo alle nur mehr aufeinader loshacken, den Humor zu behalten?

Lukas Resetarits: Genetische Prädisposition.

Adelheid F.: Sie scheinen sehr wortkarg. Haben Sie überhaupt Lust auf diesen Chat?

Lukas Resetarits: Ich mache diesen Chat mit großem Vergnügen, möchte aber so viele Fragen wie möglich beantworten. Ich chatte so wie ich telefoniere - kurz und bündig. Viel spreche ich nur auf der Bühne. Ich gratuliere Ihnen - Sie haben die längste Antwort dieses Chats erhalten! Das Wetter ist wunderschön, nehmen Sie Ihr Notebook, setzen Sie sich in einen Park und genießen Sie die vorweihnachtlichen Sonnenstrahlen ;)

Stefan Peter T.: Ich hab Sie schon einmal als Fußballtrainer im Fernsehen gesehen. Haben Sie da eine Affinität dazu?

Lukas Resetarits: Ich war Fußballer. Trainer kannte ich bisher nur von der Spielerseite. Dank meiner Schauspielkunst gelang es mir dennoch, Fußballtrainer darzustellen.

Klaus U.: Werden wir wirklich nie wieder Herrn Dr. Ostbahn begegnen?

Lukas Resetarits: Nur dem Willi Resetarits.

Luise Z.: Herr Resetarits, stimmt es, dass Kabarettisten privat furchtbar unlustig sind?

Lukas Resetarits: Ich weiß nicht, wie Kabarettisten privat sind. Ich selber bin manchmal lustig und manchmal unlustig, wie jeder andere Mensch und Nicht-Kabarettist auch.

Stefan Peter T.: Sie haben geschrieben, dass Sie im Vindobona auftreten... Wie gefällt Ihnen eigentlich das neue Vindobona?

Lukas Resetarits: Gefällt mir sehr gut. Sowohl was den Umbau als auch die Programmierung betrifft. Ich freue mich schon auf das Gastspiel.

Anna G.: Warum sind deutsche Comedians, die derzeit ja so "gefragt" sind, für uns derart unlustig?

Lukas Resetarits: Für die Deutschen sind die lustig, weil - und hier erfahren Sie die neueste wissenschaftliche Erkenntnis - die Deutschen viel masochistischer sind als wir Ösis.

Anna G.: Mögen Sie Weihnachten?

Lukas Resetarits: Was bleibt mir übrig.

Anna G.: Haben Sie einen Geschenktipp für Weihnachten?

Lukas Resetarits: Alle meine Bild- und Tonträger ;) - Spaß beiseite: Wenn ich könnte, würde ich ganz vielen Menschen Ruhe und eine Stunde der Stille schenken.

Katharina E.: Gibt es auch Situationen, in denen selbst Ihnen der Humor fehlt?

Lukas Resetarits: Wenn ich verbale oder körperliche Gewalt miterlebe.

Anna G.: Was gibt es heute bei Ihnen zum Mittagessen? :)

Lukas Resetarits: Zum Mittagessen gibt es heute herrliche Brötchen und prickelndes Mineralwasser.

Katharina E.: Welchen ihrer Kabarett-Kollegen finden Sie persönlich am lustigsten?

Lukas Resetarits: Ja, die Superlative...

Katharina E.: Haben Sie Haustiere?

Lukas Resetarits: Zwei Katzen, die meine Tochter aus Griechenland mitgebracht hat, weil es in Österreich zu wenige Katzen gibt. ;)

Anna G.: Wie kann man sich einen Tag im Lebes des privaten Lukas R. vorstellen? Haben Sie ein Hobby? :)

Lukas Resetarits: Ihre Frage ist sehr umfassend... Mein Hobby ist Lesen.

Luise Z.: Was würden sie den Studenten empfehlen? Humor, Durchhaltungsvermögen und/oder Kapitulation?

Lukas Resetarits: Durchhaltevermögen auf alle Fälle, Humor kann nicht schaden.

Katharina E.: Haben Sie einen Lieblingssong? Ist es vielleicht "Ein bisschen Spaß muss sein..." von Roberto Blanco?

Lukas Resetarits: Bis heute hatte ich keinen Lieblingssong. Aber heute Nachmittag kaufe ich mir die CD von Roberto Blanco - danke für den Tipp, dann sehen wir weiter.

Adelheid F.: Vielen Dank, ich fühle mich geehrt! ;) Parksitzen ist bei mir heute leider nicht angesagt, aber wo wir schon beim Thema sind: Haben Sie einen Lieblingspark in Wien?

Lukas Resetarits: Wie gesagt, Superlative...

Katharina E.: Ist Humor auch intelligent?

Lukas Resetarits:
Mein Begriff von Humor ist ohne Intelligenz nicht denkbar.

Luise Z.: Was denken Sie eigentlich, wenn Sie durch Wiens Straßen schlendern und einem Hundstrümmel nach dem anderen ausweichen müssen?

Stefan Peter T.:
Sie haben sich ja einmal im Kabarett den Alltag des Pandabärs bzw. Bambusbärs erläutert. Wie wird es dem Fu Long gerade gehen?

Lukas Resetarits: Wer ist Fu Long?

Katharina E.: Verstehen auch die "griechischen" Katzen Ihren Humor?

Lukas Resetarits: Sie sind große Fans von mir und lesen auch gerne meine Bücher - wenn sie nicht gerade Sudokus lösen.

Anna G.: Wie heißen Ihre Katzen?

Lukas Resetarits: Chili und Monk.

Uli D.:
Wann haben Sie das letzte Mal kapituliert?

Lukas Resetarits:
Jetzt in diesem Moment - angesichts Ihrer Frage.

Anna G.: Und haben Sie auch einen Buchtipp? :)

Lukas Resetarits: Franz Schuh, "Interview gegen mich selbst".

Anna G.: Sie mögen scheinbar keine Lieblings-Sachen? :)

Lukas Resetarits: Korrekt.

Adelheid F.: Warum haben Sie ein Problem mit Superlativen?

Lukas Resetarits: Weil sie so endgültig sind und daher unrichtig.

Andrea O.: sind sie schon mal in der Öffentlichkeit auf den "Tschusch" irgendwie negativ angesprochen worden (ich finde es so witzig).

Lukas Resetarits: Mein Sketch "Tschusch-Tschusch" wurde manchmal falsch verstanden. Er beschreibt eine Situation, die traurig und witzig zugleich ist.

Gerhard T.: Wie sehen sie dzt. Performance der Bundesregierung?

Lukas Resetarits: Durchwachsen.

Stefan Peter T.: Was ist dann der FC Rückpass, wenn nicht das Nationalteam?

Lukas Resetarits: Ein Unterklasse-Fußballverein.

Adelheid F.: Gibt es ein Buch, das Sie schon mehrmals gelesen haben und immer wieder gern zur Hand nehmen?

Lukas Resetarits: Eric Kandel: "Auf der Suche nach dem Gedächtnis", quasi die Fortsetzung meines Psychologie-Studiums.

Luise Z.: Sollten Kabarettisten Bücher schreiben?

Lukas Resetarits: Wenn Sie es können, ja.

Wolfgang B.:
Stinatz "versendete" ungewöhnlich viele Kreative ins restliche Österreich. Gibt's da ein Programm dahinter? Im Ernst, wieso ist das so?

Lukas Resetarits: Wir wissen nicht, woran es liegt. Möglicherweise spielt die Zweisprachigkeit eine Rolle und das Spannungsfeld zwischen Südburgenland und der Metropole Wien... Wir forschen weiter.

Adelheid F.: Wann läuft FC Rückpass im Fernsehen an?

Lukas Resetarits:
Diese Frage kann nur der ORF beantworten. Fertige Produktionen werden aus unerfindlichen Bilanzgründen oft nicht gesendet, oder erst mit dreijähriger Verspätung.

Andrea O.: Was sagen Sie zu Ambros' späten Vaterglück?

Lukas Resetarits: Wusste ich gar nicht.

Stefan Peter T.: Kommen Sie öfter nach Stinatz?

Lukas Resetarits: Leider nur selten.

Wolfgang B.: Was würden sie tun, wenn sie mal genug haben vom Kabarett?

Lukas Resetarits: Ich würde Arzt werden und tausende Menschenleben retten.
 
Artikel vom 02.12.2009 14:07