Leo Lukas:

Zan Muttatog

Zan Muttatog is maunches schoun xogt und geschriebm wrrn.
Wos mir dazua nou eingfolln waar, werds ihr sogleich erfrrn.
Ich wende heite mich an eich mit an Gedicht, an kurzn.
Es is nou net perfekt gereimt. Oba es kimmt van Hurzen.
Ich hob es sölba zsaummangsetzt und bring es zu Gehör,
Wals mir ein echtes Aunliegn is, und nicht von ungeföhr.
Va olle Leit auf dera Wölt, Bekaunnten und Vawaundten,
Bleibt ewig douch die liabste uns die Frau, die uns entbaundten.
Do gibbs koa Wenn und Aber, derlei hot do nix verlorn:
Oh hast du noch ein Mütterlein, so halte sie in Ohrn.
War es auch ouft nicht leicht für sie, wie du noch klein und hüüflos,
Und sie kein Hab und Gut, kein Erbe, nicht einmol ein Brüüflos!
Nix gsport, nix glernt und nix im Mogn, ka Brot und aa kan Kuchn –
Wos is ihr ibrigbliebm, ols wia die Haxn braat zu muchn?
Am Herrnklo vam Korlsplotz hot sie verdient dei Papperl.
Meist hots mit Aach und Krach grod greicht fiara dinns Wossersapperl.
Aa Windel host drei Tog laung trogn, mit laare Spritzn gspüüt.
Ban Wexelberger Kurtl gibt’s holt nia wos auf Kredüt.
Des Crack, des Ejtsch, des Zeigs is teier, bist denn du gelähmt!
Do frogt ma net laung noch, ob ana eh an Gummi nämmt.
Und wegn dem bissl Huaschtn und da Krätzn va dem Buam –
Na geh, wer wird do kleinlich sein – dahuam bleibt douch dahuam.
Drum daunk an jedem Muttertog dem liabn Himmlvotta,
Dass er dir deine Mama gab. Und dank auch deina Motta.
Sie hot ins Leben dich gesetzt, obwohl sie nicht hätt müssen.
Des sullst du klana Hurenbaunkert niemols ihr vergüssen.
Bring ihr ins Kraunknhaus an Strauß, Gladiouln und Königskerzen.
Gib ihr a Bussl afs Gsichtal drauf und sog ihr dies Gedichtal auf.
Es is net gaunz perfekt gereimt, oba es kummt von Herzen.

© Leo Lukas 2005