Leo Lukas:

Orang et Laborang

Der Mensch, den an den Wochentagen
Vorgesetzte plagen,
Geht, ist die Woche endlich aus,
Ganz gerne aus dem Haus.
Ins Grüne, Spazieren,
Zu Bäumen und Tieren,
Und beides trifft man nirgendwo
Bequemer als im Zoo.
So viele Animale!
Kamele. Schakale.
Große dicke Teddybärn
Mögen alle Kinder gern,
Und besser noch als Librium
Beruhigt ein Amphibium.
Jedoch bei Vater, Kind und Muttern
Der Überhit, das ist der Orang Utan.
Der Orang ist ein Bild von einem Lackel,
Ein Trumm aus lauter Haar und Muskelpackel.
Wenn staudenweis Bananen er zerquetscht,
Die Augen rollt und wild die Zähne fletscht,
Hält wohlig schaudernd Händchen
Das Menschenweibchen mit dem Menschenmännchen.
Der kommt sich überlegen vor
Und flüstert ihr ins Ohr:
„Schau hin, dem Affen seiner
Ist kleiner noch als meiner!“
Dann freuen sie sich sehr
Und kommen wieder her.

Ganz gleich wie diesem Tiere
Ergeht es der Satire.
Packt mächtig mich die Wut an,
So mach ich mich zum Utan,
Und wohlig schaudernd gaffen
Die kultivierten Affen.
Ich tobe an der Rampe –
Sie halten sich die Wampe.
Am Nachhausewege,
Ins eigene Gehege,
Da freuen sie sich sehr
Und kommen wieder her.
Denn vor wie hinterm Vorhang
Heißt’s: Orang et Laborang.